Meditation - Kontemplation

Meditation kommt von “meditari”, was im Lateinischen heißt: “In die Mitte gegangen werden”. Meditation ist ein Weg der Stille, ein passiver, abwartender Weg. Dem “Übenden” widerfährt auf diesem Weg Reinigung von Ego, von Disharmonie, von Illusionen und von allen ins Unterbewusstsein verdrängten “Schatten”. In Demut kann die Gnade der eigenen Mitte erfahren werden. Meditation ist ein Selbstreinigungsweg, ein Selbstfindungsweg, ein Weg der Achtsamkeit, ein Weg ins Zentrum, in den innersten Wesenskern. Die passiven Reinigungen müssen dabei ausgehalten werden und brauchen psychische Aushaltekraft und innere Stärke. Der Meditierende erfährt sich auf diesem Weg nicht nur lieb, edel und gut sondern ganzheitlich. Dunkle und helle Gefühle, positive und negative Gedanken, Schatten und Licht gehören als zwei Polare beide zum “vollkommenen Menschen”, der aus der Einheit in die Polarität geworfen ist.
Große Gnade ist das Wiedererfahren dieser Einheit in der “Coincidentia oppositorum” (Nikolaus von Kues), im Zusammenfallen der Gegensätze. Diese “Einheitserfahrung” mit allem und jedem, diese Erfahrung von Verbundenheit und Ganzheit schenkt Gefühle von großer Liebe, absoluter Wahrheit, wunderbarem Glück, innerer Freiheit und tiefer Geborgenheit. Nach dieser Erfahrung fällt der Meditierende wieder in die Polarität zurück, muss er die Polarität wieder ertragen und das ist schmerzhaft. Nach dieser Erfahrung ist der Meditierende aber im innersten Kern verwandelt, gefestigt, voll Urvertrauen, ohne Angst in einem tiefen, klaren Wissen um Erlösung. Zurück bleibt die tiefe Sehnsucht nach totaler Einheit.

Mystiker aller Weltreligionen haben viele Meditationsmethoden entwickelt, die für die Gnade, für das Geschenk der Einheitserfahrung öffnen, bereiten und sensibilisieren können. “Normale” Menschen haben in allen Zeiten immer wieder beschrieben, wie sie unvorbereitet, in Minuten der Stille, in Hingabe an Tanz, an Natur, an konzentrierte Arbeit oder beim Beten, beim Malen, beim Singen, bei rhythmischem Atmen u.a. spontan Einheit, Licht und Liebe erfahren haben. Danach waren sie für den Rest des Lebens verwandelt, im Innern gefestigt und angstfrei. Nach Spontanerfahrungen lebten sie mit neuer Zuversicht und viel, viel mehr Liebe.

 

Kontemplation kommt vom lateinischen “contemplari” und heißt “geschaut werden”. Es ist der christliche, achtsame “Weg”, auf dem in die eigenen Tiefen geschaut wird. Diese Schau widerfährt in Kontemplation als Gnade. Christliche MystikerInnen haben Bausteine für diesen Weg zusammengetragen, wie Stille, Ruhe, Demut, Geduld im Sitzen, wachsame Achtsamkeit auf Atem, Gefühle, Empfindungen und Gedanken, die im Stillwerden kommen, die man in Ruhe zulässt und gelassen vorbeiziehen lässt, wie Wolken am Himmel, wie Wellen im Meer.


Voraussetzung für schmerzfreies und damit gelassenes “Sitzen in Stille”, in Meditation und in Kontemplation ist Aushaltekraft in der Seele, Tiefatem ohne Zwerchfellblockaden und eine gesunde, flexible und aufrechte Wirbelsäule mit Kraft in Rippen- und Bauchmuskulatur, die Rundrücken und Hohlkreuz in entspanntem Zusammensinken in der Schwerkraft verhindern.

Meine therapeutische Energie- und Atemarbeit bereitet für “Erfahrungen” in Meditation vor. Übungen für die Reinigung der Seele, für die psychische Stärkung von Herz- und Aushaltekraft, für Entspannen im Tiefatem, für einen flexiblen, stabilen Körper, für gesunde Gefühle, für klares Denken und für Achtsamkeit im “Hier und Jetzt” lehre ich mit der Philosophie des Kriya-Pranayama-Yoga, mit dem Raja-Yogaweg, mit Qi-Gong, ZEN, Tanz und Vollatem.


Dr. med. Ursula Lung, Seminarhaus, Fichtenweg 11, 79674 Todtnauberg, Tel/ Fax 07671/ 1229
Praxis, Sandstr. 2, 79104 Freiburg, Tel/ Fax 0761/ 56031